7 überraschende Dinge, in denen Plastik versteckt ist.

„Wir wissen noch nicht, wie viele dieser Teilchen es tatsächlich in den Blutkreislauf des Menschen schaffen“, sagt Gesundheitsexperte Rolf Halden. „Aber“, betont er, „wenn diese winzigen Partikel ins Gewebe eindringen, kann das chronische Entzündungen der Zellen verursachen.“

Seit ein paar Jahren geistert ein Wort durch die Medien: Mikroplastik. Ist das nur die nächste Panikmache, die irgendwann genauso still und heimlich verschwinden wird wie die Angst vor Rinderwahn?

Selbst Experten wie Rolf Halden müssen zugeben, dass es noch zu wenige Erkenntnisse darüber gibt, wie sich der kaum sichtbare Plastikmüll auf den Menschen auswirkt. Im Meer sind die Effekte jedoch bereits gut erforscht. Hier zeigt sich Dramatisches: Muscheln, Würmer und Fische leiden an Darmverschlüssen, verletzten Schleimhäuten, Entzündungen und Tumoren. Das massenhafte Sterben der Meeresbewohner ist qualvoll.

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Umso erschreckender, in wie vielen Alltagsprodukten Mikroplastik versteckt ist – oftmals ohne jede Notwendigkeit. Ein paar dieser Dinge solltest du unbedingt kennen:

1.) Kaffee

Milch aus dem Döschen, Zucker aus der Tüte und zum Rühren ein Plastikstäbchen – für viele Kaffeetrinker gehört das unterwegs dazu. Anschließend landet der Müll irgendwo in der Tonne. Aber nicht nur der Müll ist ein Problem: Je mehr Plastik verwendet wird, umso mehr Kunststofffasern schwimmen im heißen Bohnensaft herum.

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2.) Kosmetik

Mikroplastik entsteht nicht nur zufällig. Peelings, Bodylotions, Duschgels und Handseifen – vielen Produkten, die im Badezimmer stehen, wird Mikroplastik ganz bewusst beigemengt. Selbst Baby-Shampoos sind davon nicht ausgenommen. Der Kunststoff soll hier für mehr Glanz und Geschmeidigkeit sorgen, ist im Grunde aber überflüssig. Eine Liste mit Artikeln, die Mikroplastik enthalten, findest du hier.

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3.) Fisch

Kleine Kunststoffteilchen überziehen das Meer wie eine dichte Decke. Freitags kommen sie dann, gut versteckt im traditionellen Fischgericht – mit oder ohne Panade – auf den Mittagstisch. Auch Meersalz, insbesondere kostbares Fleur de sel, enthält erhebliche Mengen Plastik. Na dann, guten Appetit!

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4.) Mineralwasser

Wasser aus der Plastikflasche wird immer beliebter. „Durch Vulkangestein gefiltert“, preist die Werbung. Doch so klar und rein sieht die Realität leider nicht aus. Bei einer Untersuchung wurden in 93 Prozent der Mineralwässer aus Plastikflaschen Mikroplastik entdeckt. Woher genau die Plastikteilchen kommen, wissen die Forscher nicht. Dass Kunststoff von der Flasche ins Wasser gelangt, halten sie jedoch für wahrscheinlich.

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5.) Bier

Häufig schütten Brauereien bei der Herstellung Polyvinylpolypyrrolidon (PVPP) in ihr Bier. Durch das Kunststoffgranulat soll das Bier länger klar bleiben. Zwar gilt der Stoff als unlöslich und wird vor der Abfüllung wieder herausgefiltert, Kritiker fürchten jedoch, dass Rückstände bleiben. Immerhin wird auch in Glasflaschen regelmäßig Mikroplastik entdeckt.

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6.) Autoreifen

Autoreifen bestehen nicht nur aus Gummi, sondern auch aus Synthetikfasern. Die gelangen über den Reifenabrieb in die Luft, auf die Pflanzen, ins Wasser – und in den menschlichen Körper. 28 Prozent des gesamten Mikroplastiks stammen von Autoreifen.

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7.) Kleidung

Die Hauptursache für die Tonnen an Kunststoffstaub, die jährlich ins Meer gelangen, ist aber unsere Wäsche. 35 Prozent des Mikroplastiks stammt aus unseren Kleidern! Seit Jahren haben synthetische Fasern den Anteil von Wolle und Baumwolle immer weiter verdrängt. Mit jeder Wäsche lösen sich mikroskopisch kleine Plastikpartikel heraus, die von den Klärwerken nicht vollständig gefiltert werden können und in die Umwelt gelangen.

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Noch müssen die Forscher mehr darüber in Erfahrung bringen, welche konkreten Folgen die Plastikschwemme für die Menschen hat. Angesichts des Ausmaßes der Verschmutzung, die bis ins alltägliche Leben hineinreicht, gilt es jedoch, ein verändertes Bewusstsein für den Umgang mit dem Wertstoff Plastik zu schaffen. Im Meer, in Shampoos oder im Essen sollte Plastik jedenfalls nichts verloren haben.

Quelle:

wdr,

dw,

t-online

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